Soli-Grüße an die Hausbesetzung in Münster

Liebe Besetzer*innen in Münster,

Wir finden es super, dass ihr den Köhlweg 17 und 19 revitalisiert und zu einem Raum des lebendigen emanzipatorischen Widerstandes macht.

In Zeiten von nahezu ungebremster Verwertungslogik und menschenfeindlichen Rechtsruckes, braucht es mehr denn je Orte des Zusammenkommens, Kennenlernens, Teilens, Feierns und Kämpfens. Freiräume sind eine wichtige Grundlage der Selbstentfaltung und der Zuversicht die Gegenwart umgestalten zu können.

Aus unseren Besetzungen wissen wir, wie anstrengend und mitunter frustierend der Häuserkampf sein kann, aber wir wissen ebenso um die Kraft der sozialen Verbindungen, welche aus Hausbesetzungen entstehen.

Wir wissen das Hausbesetzungen kein Relikt vergangener sozialer Kämpfe sind, sondern eine ungebrochen wirkungsvolle Aktionsform. Erst durch unsere Hausbesetzung konnten wir erreichen, dass die Zülpicherstr 290 in Apartmentwohnungen für die geflüchtete Frauen umgewandelt wird und das benachbarte Gebäude zu einen autonomen Wohnprojekt mit Veranstaltungsflächen.

Wir bewundern eure Ausdauer und wünschen die Power das neue Soziale Zentrum langfristig sichern zu können!

Solidarische Grüße aus Köln

einige der ehm. Besetzer*innen des Karti14, der Rolli98, der Züpli290 und der Ferdinandstr.6 usw.

Infos zur Hausbesetzung in Münster: squatms.blackblogs.org

Besetztes Haus in der Ferdinandstr. in Köln Deutz geräumt [16.02.2017]

Vielen Dank an alle die uns Erfolg gewünscht und unterstützt haben! Bevor wir den Tag reflektiert und analysiert haben, verweisen wir für Infos erst einmal auf die regionale Presse:

Express Köln vom 16.02.2017:
„Auf der Ferdinandstraße Poilzei räumt besetztes Haus in Köln-Mülheim

„Köln – Am Donnerstagvormittag hatten Wohnungslose und ihre Unterstützer einen Altbau an der Ferdinandstraße in Köln-Mülheim besetzt. Am Nachmittag dann die Räumung, eine Hundertschaft der Polizei räumte das besetzte Haus. Die Hauseigentümerin hatte bei der Polizei Anzeige erstattet. Das Gebäude mit der Hausnummer 6 steht ebenso wie das Nachbarhaus seit etwa einem halben Jahr leer und soll verkauft werden.

QUARTIER DROHE LUXUSSANIERUNG

„Es droht die Luxussanierung”, begründeten die Hausbesetzer ihre Aktion. Die Ferdinandstraße und das umliegende Gründerzeit-Quartier seien durch die geplante Neubebauung des KHD Geländes akut von steigenden Mieten bedroht, die zur Verdrängung der alteingesessenen Mieter führe.

Hinter der Besetzung steht der Verein „Soziales Wohnen.eV.i.G.“ Die Aktivisten seien durch Flüchtlinge, die in einem anderen Haus des verstorbenen Eigentümers lebten, auf den Leerstand aufmerksam geworden. Die Besetzer haben der Stadt nach eigenen Angaben ein Konzept zur Realisierung von bezahlbaren Wohnraum in der Ferdinandstraße vorgelegt.

Wie EXPRESS vor Ort erfuhr, standen die Hausbesetzer bereits in Kontakt mit der Stadt. Diese soll nach Vorstellungen der Aktivisten das Haus kaufen, das eine Kanadierin geerbt haben soll.

Auch eine Anmietung seitens des Vereins kommt den Hausbesetzern zufolge in Betracht, um bezahlbaren Wohnraum für Bedürftige zur Verfügung zu stellen.

Die Aktivisten wollen in den 16 Parteien der zwei Gebäude, die zuletzt als Studentenwohnheim gedienet hatten, Selbsthilfe-Wohngruppen für Bedürftige einrichten. „Jeder ist eingeladen. Hauptsache die Leute bringen sich ein und arbeiten mit“, sagt eine Aktivisten. Nun warten sie auf die Reaktion der Stadt Köln.

STADT WILL NICHT KAUFEN

Die Stadt zeigte am Nachmittag eine klare Haltung! Der Forderung der Aktivisten, das Haus zu kaufen, will sie nicht nachkommen. Sprecherin Sabine Wotzlaw sagt: „Das Wohnungsamt ist von den Aktivisten gebeten worden mit der Anwältin der Erbin Kontakt aufzunehmen. Dieser Bitte ist unser Wohnungsamt nicht nachgekommen, da ein Erwerb der Liegenschaft durch die Stadt ausgeschlossen ist.“

Darüber seien die Aktivisten von Wohnungsamtsleiter Josef Ludwig informiert worden.“

Quelle: http://www.express.de/25747652

Haus in der Ferdinandstr. 6 (Köln-Mülheim) besetzt!

– Heute Vormittag, am Donnerstag den 16.02.2017, haben Wohnungslose und Unterstützer*innen die Ferdinandstr.6 besetzt

– Die Ferdinandstr. 6 und 8 stehen seit ca. einem halben Jahr leer. Sie stehen zum Verkauf und drohen luxussaniert zu werden

– Verein „Soziales Wohnen.eViG“ hat Konzept zur Realisierung von bezahlbaren Wohnraum in der Ferdinandstr. der Stadt vorgelegt

– Die Ferdinandstr und das umliegende Gründerzeit-Quartier sind durch die geplante Neubebauung des KHD Geländes akut von Mietanstieg und Gentrifizierung bedroht

– Die Stadt prüft das Anliegen des Vereins „Soziales Wohnen“ und scheint grundsätzlich zu einer Förderung bereit

– Hausbesetzung versucht unmittelbaren Verkauf der Ferdinandstr. 6 und 8 an Spekulant*innen zu verhindern. Stattdessen soll die Stadt die Chance nutzen mit dem Verein zusammen günstigen Wohnraum zu schaffen!

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Warum geht die Sanierung der Zülpicherstr. 290 nicht voran? Was ist da los?

Gestern haben wir einen kleinen Glühweinstand vor der Zülpicherstr. 290 aufgebaut und uns den Fortschritt der Sanierungsarbeiten vor Ort angeschaut. Bei dieser Gelegenheit haben wir mit einigen Leuten aus dem Viertel über den Stand der Sanierung geredet.

Die Befürchtung, dass in den letzten 5 Monaten gar nichts in beiden Häusern passiert ist, hat sich vorerst nicht bestätigt. Ein bisschen Staub und Mörtelgeruch liegt in der Luft, viele der Zimmer sind leer und entkernt. Entspannung ist trotzdem noch nicht angesagt…

Die Sanierung geht augenscheinlich äußerst langsam voran. In Anbetracht der Wohnungsnot und der Zustände in den Flüchtlingsunterkünften in Köln ist das beunruhigend. Es macht einen riesen Unterschied, in einigen Monaten oder in einigen Jahren in einer vernünftigen Wohnung wohnen zu können.

Da es ein öffentliches Interesse daran gibt, dass beide Häuser so bald wie möglich bezogen werden können, wäre es für die Hausverwaltung an der Zeit, den Zeitplan der anstehenden Sanierungsabschnitte der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Zur Situation haben wir gestern das folgende Flugblatt verteilt:
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Einladung zu Glühwein vor der Zülpi, am Samstag den 10.12. ab 13 Uhr

Liebe Leute, kommendes Wochenende jährt sich die Besetzung der Zülpicherstr. 290 und der Joseph- Stelzmanstr. 2a. Das feiern wir gebührend und laden alle dazu ein. Schließlich haben sich viele von uns seit dem Sommer nicht mehr gesehen und sicherlich gibt es einiges zu erzählen.

Seit der Beendigung der Besetzung flog die Zeit nur so vorbei. Unsere Erinnerung ist aber noch frisch:

Im Juli diesen Jahres kam es zu einer Einigung zwischen den Besetzer*innen, der Wohnungsamt und Hausverwalter Joisten. Für die nächsten 30 Jahre soll günstiger Wohnraum in beiden Häusern entstehen: normale Wohnungen für Geflüchtete in der Zülpi, gemeinschaftliches Wohnen in der Stelze. Daraufhin wurde die Besetzung im Juli beendet.

Die Stadt plant die Nutzung der Wohnungen bereits Anfang 2017, das gemeinschaftliche Wohnprojekt soll im Juni 2017 einziehen können. Außerdem steht der Vorschlag im Raum, im ehemaligen Ladenlokal des Umsonstladens in der Zülpi, ein Soziales/Nachbarschafts/Zentrum einzurichten. Ein Nutzungskonzept besteht bereits, ebenso Ideen dazu aus dem Stadtteil und aus dem Kreis der ehemaligen Besetzer*innen.

Wir erinnern uns gut daran, dass Hausverwalter Joisten bereits in den Startlöchern stand, um im Sommer mit den Sanierungsarbeiten beginnen zu können. Der Wohnraum in beiden Häusern sollte schnell wieder hergestellt werden.

Nun interessiert uns natürlich brennend, wie es um den Fortschritt der Sanierungsarbeiten in beiden Häusern bestellt ist. Mittlerweile ist fast ein halbes Jahr vergangen und bis auf einen Bauschuttcontainer scheint sich in beiden Häusern nicht viel zu bewegen. Logischerweise fragen wir uns, was da lost ist? Was ist aus dem Versprechen seitens der Hausverwaltung geworden?

Ein paar Becher Glühwein werden also eine willkommene Gelegenheit bieten, uns darüber zu auszutauschen.

Wir freuen uns riesig auf ein Wiedersehen in und mit Sülz.

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Zülpi fietst naar Amsterdam – Infoabend und Essen // Wohnraum für Alle + KoZe @ Joe’s Garage

Liebe Leute, am letzten Oktober Wochenende fahren wir nach Amsterdam und treffen dort unsere Freunde vom sozialen Zentrum Joe’s Garage und Leute vom KoZe in Hamburg. Im Februar hat Joe’s ein schönes Soli-Poster für die Zülpi gemacht, das hier zu sehen ist, sowie im Oktober Program.

Am Samstag den 29.10 machen wir zusammen einen Infoabend zun den Geschehnissen des letzten Jahres und freuen uns auf gegenseitigen Austausch.

Ausserdem werden wir eine Reihe von Projekten und Initiativen besuchen, die mit Hilfe der Amsterdamer Kraakbeweging in den letzten Jahren und Jahrzenten entstanden sind. Einen kleinen Einblick findet ihr bereits in dem Artikel, den wir zur Vorführung des Films „De Stad was van ons“ in der Zülpi geschrieben haben.

Von der Reise werden wir sicherlich einiges berichten. Kraken gaat door, wie es so schön heisst….

PS: der Infoabend in Joe’s ist auch im Radar Kalender zu finden.

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Hausbesetzungen als Mittel der Solidarität mit Geflüchteten

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am kommenden Dienstag (25.10) findet um 18:30´, im Hörsaal 122,
Hauptgebäude der Humanwissenschaftlichen Fakultät eine Veranstaltung
über Hausbesetzungen als Mittel der Solidarität mit Geflüchteten statt.
Neben Vertreter*innen der Zülpi werden auch Menschen aus Göttingen
(OM10) und Athen (City Plaza Hotel) kommen. Organisiert wird es von den
Kölner Studies gegen Rechts. Hier der Einladungstext:

„Während sich viele Menschen in Deutschland dazu entschlossen zu haben
scheinen, auf die Herausforderungen, die mit der Zuwanderung nach Europa
einhergehen, mit einen kollektiven Rechtsruck zu reagieren, übt sich die
Politik zunehmend im Verwalten statt im Gestalten. Es scheint klar: Wenn
das Feld den etablierten Akteuren überlassen wird, wird es zu einer
rechten, von Fremdenfeindlichkeit und Ignoranz getragenen Antwort auf
diese Herausforderungen kommen.

Zeitgleich mit der Ankunft vieler Menschen in Europa hat sich aber auch
eine große Welle der Solidarität entwickelt und während viele dieser
Initiativen an Zuspruch verloren haben, finden sich immer noch stabile
Zentren der Solidarität. Räume, in denen gemeinsam an einem würdigen
Leben aller gearbeitet wird.

Die Grenzen und Möglichkeiten dieser Taktik möchten wir mit euch
diskutieren und haben dazu Vertreter*innen vom City Plaza Hotel in
Athen, dem OM10 aus Göttingen und der erfolgreichen Besetzung aus der
Zülpi290 in Köln eingeladen.“

 

Gedenktag mit Leichenschmauss: Karti14 RIP

Vergangenes Wochenende haben wir der Zerstörung von bezahlbaren Wohnraum und gewachsenen Veedeln, mit einem feierlichen Leichenschmauss, gedacht.

Wir verteilten Schnittchen, Kuchen, Traueranzeigen und hingen einen Kranz am Tatort der Gentrifizierung auf. Vor einem Jahr wurde der Kartäuserwall 14 (ebenso wie die Rolshoverstr 98) entmietet, besetzt und von der Polizei geräumt. Bis heute hätten dort die Bewohner*innen wohnen können.

Angeblich will die Hüsten GmbH das Gelände nun verkaufen, da die Baugenehmigung mit der Etagen-Aufstockung (wie von uns immer wieder skandalisiert) zu unrecht erteilt wurde. Doch auch die Aussicht auf unseren Widerstand ist ein Spekulationshemmnis.

Wir bedanken uns herzlich bei der solidarischen Unterstützung vom Traditions- Bauwagenplatz „Wem gehört die Welt“ Auch hier sollen die Bewohner*innen verdrängt werden. Doch nicht mit uns! Die Stadt gehört allen – Wohnraum für alle!

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Soli Kalender jetzt erhältlich

Kalender Preview

Street-Art Soli-Kalender jetzt erhältlich. Wir haben für euch einen super-schicken Kalender zusammengestellt, damit seid ihr bestens für 2017 gerüstet (und auch ein tolles Geschenk). Die Einnahmen fließen direkt in die Gerichtskosten und weitere Aktionen.

Erhältlich ist der Kalender bei: „Der Andere Buchladen“, Ubierring 42, 50678 Köln
und bei den kommenden Veranstaltungen (wir werden unter anderem in Hamburg, Amsterdamm, Aachen über den Kölner Häuserkampf berichten)!

Prozess zu Rolshoverstrasse 98 (Köln)

Von Antifa Wuppertal:

Prozess gegen einen Wuppertaler Antifaschisten. Dem Angeklagtem wird vorgeworfen am 02.10.2015 ein Haus in Köln Kalk mit weiteren Personen besetzt zu haben. Er wurde zu 20 Tagessätzen a 10€ verurteilt.

Erklärung zur Besetzung vom 2.10.2015.

„Ähnlich wie im Kartäuserwall 14 in der Südstadt wurde den zehn Bewohner_innen gekündigt damit der Eigentümer die Immobilie luxussanieren und damit teurer vermieten kann. Seit 26 Jahren lebte die Wohngemeinschaft zu verhältnismäßig günstiger Miete zusammen in diesem Haus. Als das Haus vor etwas mehr als zwei Jahren verkauft werden sollte, versuchten auch hier die Bewohner_innen das Haus selbst zu kaufen, wie auch im Kartäuserwall und anderen Häusern.

Hinter ihrem Rücken wurde die Rolshoverstrasse 98 zum selben Preis an eine Privatperson verkauft, die zwei Wochen später die Kündigung wegen Eigenbedarf einreichte. Bei mehreren Treffen mit dem neuen Besitzer wurde allerdings klar, dass die Immobilie als Kapitalanlage erworben wurde und zu Verwertungszwecken kernsaniert werden sollte. Die Bewohner_innen boten an das Haus zu einem höheren Preis zu kaufen, dies wurde abgelehnt. Zum 30.09.2015 wurde die Wohngemeinschaft also zwangsweise aufgelöst und auf die Strasse gesetzt.

Dies ist ein weiteres Beispiel für den Verlust von bezahlbarem Wohnraum in der Stadt. Während Häuser Jahre lang leerstehen oder für viel Geld umgebaut und dann teuer vermietet werden, wird es für Menschen mit wenig Einkommen geradzu unmöglich angemessenen Wohnraum zu finden. Wir stellen uns gegen diese Praxis Menschen ihren Wohnraum zu nehmen um damit Profite zu erzielen, die Häuser müssen denen gehören die darin wohnen!“